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Digitale Kompetenzen für alle Generationen

Die Digitalisierung im Berufsleben verändert ganze Branchen und Tätigkeitsfelder. Sie fördert die Entstehung neuer Geschäftsfelder und Arbeitsprozesse. Die Nutzung von digitalen Technologien ermöglicht schlankere und effizientere Prozesse, schnellere Kommunikation und – unter dem Stichwort Industrie 4.0 – softwaregesteuerte Produktion. Mit der Technologienutzung werden auch Berufsbilder und Tätigkeitsfelder verändert. So werden und bleiben MitarbeiterInnen und Mitarbeiter digital kompetent:
 
 
Warum digitale Kompetenzen erwerben?
 
Digitale Geräte und Anwendungen und ein kompetenter Umgang damit können den Berufsalltag bei guter Einführung erheblich erleichtern. In vielen Bereichen, wie zum Beispiel der beruflichen Kommunikation, sind digitale Geräte ständig im Einsatz. Egal ob für Kurznachrichten, Gespräche oder Videotelefonie – das Smartphone ist für viele der Einstieg in die Digitalisierung . Der kritische und kompetente Umgang mit digitalen Geräten und Anwendungen ist zentral, um die beruflichen Möglichkeiten und Potenziale der Digitalisierung ausschöpfen zu können und dabei gleichzeitig Gefahren und Risiken zu erkennen und zu vermeiden.
 
Hier liegt die Chance für die Entwicklung jener Kompetenzen und Fähigkeiten, die für die Digitalisierung der Arbeitswelt notwendig sind. Und diese sind, so zeigen immer mehr Studien und Erhebungen, neben IT-Wissen vor allem menschlicher Natur: Offenheit, Veränderungsbereitschaft und Prozesswissen. Fachwissen ist nach wie vor stark gefragt. 
 
Es gilt also, bei der Frage der Kompetenzentwicklung durch Digitalisierung, nicht nur durch die Brille der Technologie zu schauen, sondern Technologie, fachliche Anforderungen, Unternehmensstruktur und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Einheit zu denken. Nur so kann das Potenzial der „analogen“ Welt in die digitale übertragen werden und eine digitale Kluft zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit unterschiedlichen Kenntnissen im Umgang mit digitalen Anwendungen und Geräten vermieden werden. Denn die Veränderungen betreffen alle, unabhängig von Alter, Beruf oder Qualifikation.
 
Was sind digitale Kompetenzen?
 
Kompetenzen sind Fähigkeiten und Fertigkeiten, um beruflichen Anforderungen zu erfüllen, und die definierten und geforderten Arbeitsaufgaben kompetent und effizient zu erledigen. Digitale Kompetenz bedeutet die sichere und kritische Nutzung und Gestaltung von Informations- und Kommunikationstechnologie, der bewusste Umgang  mit digitalen Inhalten und Sozialen Medien, sowie Kenntnisse zu Datenschutz und Datensicherheit. 
 
Digitale Kompetenzen für die Arbeits- und Berufswelt: 
Die Anforderungen an digitale Kompetenzen sind je nach Branche unterschiedlich.  
Für die österreichischen Lehrberufe wurde ein Kompetenzmodell für digitale Kompetenzen entwickelt, das wir hier vorstellen möchten.
 
Folgende Kompetenzbereiche wurden in diesem Modell anhand von 15 Lehrberufen auf Praxistauglichkeit getestet und haben sich als sinnvolles Werkzeug erwiesen.
  • Anwendungskompetenzen, z.B. Kenntnisse und Anwendung digitaler Werkzeuge und Software,  Kenntnisse und Anwendung des Internets.
  • Informations- und datenbezogene Kompetenzen, z.B.  Suchen, Auswählen und Bewerten von Informationen, kritische Einordnung von digitalen Daten, Kenntnisse von Datenschutz und Datensicherheit.
  • Digitale Kommunikationskompetenzen, z.B. Interne und externe Kommunikationsfähigkeit mittels elektronischer Medien, Kenntnisse und Anwendung von Social Media.
  • Entwicklungs- und Gestaltungskompetenzen, z.B. Erzeugen und Ändern von Inhalten und Wissensmanagement, Erarbeitung digitaler Lösungen.
  • Strategische Kompetenzen und Interdisziplinarität, z.B. Arbeiten in abteilungsübergreifenden Teams, Identifizieren strategischer Ziele, Nutzen von digitalen Ressourcen zum Erreichen der Ziele.
  • Querliegende Schlüsselkompetenzen, z.B. vernetztes Denken, Entscheidungsfähigkeit, Selbstmanagement, sprachliche Kompetenzen.
Mehr dazu lesen Sie hier 
 
Es gibt auch querliegende digitale Kompetenzen (z.B Nutzen von digitalen Ressourcen zum Erreichen von Zielen), die in jedem Beruf benötigt und die unabhängig von Branche, Funktion und Bildungsweg für die gute Erfüllung der Arbeitsanforderungen zentral sind. Der folgende Check und das Quiz zeigen, wo die digitalen Stärken der MitarbeiterInnen im Betrieb liegen, und wo sie sich weiter verbessern können. 
 
Mehr dazu lesen Sie hier
 
In einer umfassenden Unternehmensbefragung durch das AMS Österreich wird deutlich, welche umfassenden Veränderungen die Digitalisierung in der Arbeitswelt auslöst: neben IT-Know-how bleibt auch fachliches Wissen  sehr wichtig bzw. wird immer wichtiger. Soziale und methodische Kompetenzen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Der Report beschreibt die notwendigen Kompetenzen mit vielen Beispielen.
 
Mehr dazu lesen Sie hier
 
Wie digitale Kompetenzen abklären?

Es wird viel über Digitalisierung und digitale Kompetenzen geredet, aber um herauszufinden, was das genau ist, wurden unterschiedliche Checks für Unternehmerinnen und Unternehmer, Führungskräfte, Betriebsrätinnen und Betriebsräte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt. Die Onlinetools zeigen die vielen Aspekte der Digitalisierung in der Arbeitswelt, bieten eine Analyse des betrieblichen Ist-Standes und geben teilweise Tipps für passende Weiterbildungen.

Werkzeuge zum Check digitaler Kompetenzen (Auswahl):

UnternehmerInnen könnten ihren MitarbeiterInnen den DigiCheck empfehlen, um digitale Kompetenzen selbst  einzuschätzen. Der DigiCheck besteht aus Selbsteinschätzungsfragen und das DigiQuiz besteht aus Wissensfragen.

Linktipp: Hier checken Sie Ihre digitale Kompetenz

Betriebsrätinnen und Betriebsräte können mit der betriebsinternen Umfrage feststellen, wie es um die „Digitalisierung“ im Betrieb steht.

Linktipp: Digicheck

Das digitale Kompetenzrad wurde vom Center for Digital Dannelse entwickelt und basiert auf einem großen EU- Forschungsprojekt. Es gibt einen Einblick darüber, welche persönlichen digitalen Kompetenzen vorhanden sind und verbessert werden sollten sowie konkrete Anregungen für die Förderungen der zentralen digitalen Kompetenzen.

Linktipp: Das digitale Kompetenzrad

Wo digitale Kompetenzen erwerben?

Digitale Kompetenzen werden oft unbewusst im alltäglichen Umgang mit digitalen Geräten und Medien erworben. Zusätzlich lassen sich digitale Kompetenzen in Aus- und Weiterbildungsprogrammen bei unterschiedlichen Anbietern erwerben, oder durch Training on the Job, online Lerntools oder Reverse Mentoring  (ein jüngerer Mitarbeiter, eine jüngere Mitarbeiterin mit aktuellen IT- Kenntnissen gibt sein/ihr Wissen an ältere Mitarbeiter weiter.).

Eine Auswahl für UnternehmerInnen, Betriebsräte und MitarbeiterInnen über das Angebot an Aus- und Weiterbildungsprogrammen sowie Beratungsangeboten zu digitalen Kompetenzen ist exemplarisch hier zu finden:

Linktipp: Weiterbildungsdatenbank des Arbeitsmarktservice Österreich

In der Weiterbildungsdatenbank des Arbeitsmarktservice Österreich sind unterschiedliche Kurse für die berufliche Weiterbildung zu finden. Unter der Funktion „Erweiterte Suche“ können UnternehmerInnen, BetriebsräteInnen und MitarbeiterInnen den Bildungsbereich „Technik, EDV, Telekommunikation“ auswählen und viele  Kurse zur Steigerung ihrer digitalen Kompetenzen finden.

Die fit4internet-Kursdatenbank des BMDW zeigt Onlinekurse, Präsenzkurse und Kompetenznachweise für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese können von Betrieben genutzt werden, um zentrale Angebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden und empfehlen. Die Kurse sind von unterschiedlichen Bildungsanbietern und werden nach Kompetenzbereich und -niveau geordnet. Zu jedem Angebot gibt es eine genaue Beschreibung.

Linktipp: fit4internet-Kursdatenbank

Online Angebote zu Bildungsberatung

Wenn UnternehmerInnen und BetriebsräteInnen Bildungsberatung empfehlen wollen sind die folgenden Möglichkeiten interessant:

Linktipp: Weiterbildungsdatenband

Die Online-Bildungsberatung findet in Chat form statt.  Sie kann von allen Erwachsenen, die Fragen zu Bildung und Beruf haben, in Anspruch genommen werden.

Linktipp: Online-Bildungsberatung Österreich

Es können rund 560 Beratungsangebote von über 80 Einrichtungen empfohlen werden. Hier gibt es einen Überblick sowie kurze und  Infos zu unterschiedlichen Themen rund um Beruf sowie Aus- und Weiterbildung:

Linktipp: Beratunswegweiser

KMU digital fördert Digitalisierungsprojekte in KMU´s: https://www.kmudigital.at/

Die Förderung umfasst zwei Module:

  • KMU.DIGITAL Beratung (bestehend aus der Toolbox Status-und Potenzialanalysen und der Toolbox Strategieberatungen)
  • KMU.DIGITAL Umsetzung-zur Förderung von Investitionsprojekten im Anschluss an KMU.DIGITAL Beratung

AMS Qualifizierungsförderung: https://www.ams.at/unternehmen

Bildungsförderungsdatenbank: Checken Sie österreichweite und regionale Förderprogramme für Aus- und Weiterbildung: https://bildungsfoerderung.bic.at

Digi-Bonus: Er ist eine Erweiterung des AK Bildungsgutscheins - dieser wird um weitere 120 Euro aufgestockt, für die Teilnahme an Kursen aus dem Bereich Digitalisierung. 

Der AK Bildungs­gutschein und der Digi-Bonus sollen den AK Mitgliedern den Zu­gang zur Weiterbildung und den Einstieg in die digitale Arbeitswelt er­leich­tern. Der Bildungs­gutschein und der Digi-Bonus sind ein Start­kapital für die persön­liche Weiter­bildung. Sie können entweder auf einmal eingelöst oder auf mehrere Kurse aufge­teilt werden. Den Digi-Bonus kann man mit dem traditionellen AK Bildungs­gutschein kombinieren, und na­tür­lich auch mit dem AK Digi-Winner!

Linktipp: Digi-Bonus | Arbeiterkammer

Praxisbeispiele und Tipps

Wie Digitalisierung vermitteln?

Jedes Unternehmen braucht eine digitale Gesamtstrategie, um Chancen und Nutzen kommunizieren zu können.

Achten Sie darauf, dass nicht nur ein paar digitale Tools gekauft werden, sondern eine digitale Gesamtstrategie entwickelt wird, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Fokus. BetriebsrätInnen sollten so früh wie möglich über diese digitale Gesamtstrategie informiert und daran beteiligt werden.

….Wenn den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern klar ist, wohin die Reise geht, ist es für sie leichter, mitzuziehen. Kommunizieren Sie Chancen und Nutzen der geplanten Umgestaltung. Was sinnvoll ist, wird auch gut um- und eingesetzt werden. Wenn den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Gründe und das Ziel für die Digitalisierung vermittelt und sie von ihrem Nutzen überzeugt werden, kann Ängsten und Bedenken begegnet und Neugierde geweckt werden. Arbeitgeber und ArbeitnehmerInnen sollen sich immer wieder bewusst sein: Digitalisierung ist kein Sprint und auch kein Marathon, sondern eine laufende Entwicklung, die es immer mitzudenken gilt. Ihre Chancen und Herausforderungen betreffen sowohl jüngere als auch älter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  sowie Führungskräfte, während der gesamten Erwerbsphase- vom Berufseinstieg bis zum Ausstieg. Es sollte keine Gruppe geben, bei der es sich „nicht mehr auszahlt“, digital kompetent zu werden.

Bei der Digitalisierung geht es (erstaunlich) wenig um Technologie und (erstaunlich) viel um Menschliches.

Digitalisierung verändert Prozesse, Abläufe und Strukturen. Für die technischen Aspekte haben Unternehmen IT-Spezialistinnen und Spezialisten. Diese müssen aber auch verstehen, was die Anwenderinnen und Anwender brauchen. Nicht die digitalen Tools sollen die neuen Prozesse, Abläufe und Strukturen gestalten, sondern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen jene Tools identifizieren, durch die Prozesse, Abläufe und Strukturen verbessert werden können. Bei der Entwicklung bzw. Einführung von digitalen Tools sind nicht nur die Kundinnen und Kunden die Zielgruppe, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Achten Sie auf hohe Benutzerfreundlichkeit und binden Sie das Praxis-Know-how der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ein. Sonst laufen Sie Gefahr, dass digitale Anwendungen nicht oder kaum verwendet werden. Und bedenken Sie dabei, dass es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, die die digitalen Anwendungen den Kundinnen und Kunden näherbringen.

Nehmen Sie den Druck weg und legen Sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die „Rutsche“.

Achten Sie darauf, dass die Führungskräfte die Bedürfnisse, Ressourcen und Möglichkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genauso gut verstehen wie die IT-Systeme, die implementiert werden. Führungskräfte aller Unternehmensbereiche sind ein wichtiger Schlüssel, wenn es um die Umsetzung neuer digitaler Prozesse und Anwendungen geht, deshalb sollten sie die Empathie und das Know-how mitbringen, ihre Teams bei der Transformation zu unterstützen. Identifizieren Sie die Early Adopters unter Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und machen Sie diese zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Ihrer Digitalisierungsstrategie. Was gut funktioniert, wird sich herumsprechen.

Tipp: Wer von einem neuen Tool und dessen Nutzen vollständig überzeugt ist, kann auch seine Anwendung und seinen Nutzen umfassend erklären und dafür begeistern.

Vor der Umschulung kommt oft eine Nachschulung – gegenseitiger Wissenstransfer kann dabei helfen.

Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben zwar bereits mit digitalen Tools und Anwendungen gearbeitet, wurden jedoch lange Zeit nur auf ihre Benutzung eingeschult. Dieses (oft) zu oberflächliche Wissen reicht mittlerweile nicht mehr aus, zu schnell verändern sich die Technologien. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern brauchen die Möglichkeit, wichtige Grundlagen nachzuholen, um zukünftig schneller neues Wissen zu erlangen und auf die weiteren Veränderungen reagieren zu können. Digitalisierung erhöht die Geschwindigkeit, es sollte zu keiner Überforderung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen. Wenn es sich anbietet, können die digitalen Profis unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die digitalen Einsteigerinnen und Einsteiger unterstützen. Gegenseitigen Wissenstransfer und Austausch über Anwenderwissen und Kompetenzen zu fördern, zahlt sich immer aus. Damit verbinden Sie das Beste aus beiden Welten. Aber achten Sie darauf, dass diese wichtigen MultiplikatorInnen mit der Übernahme zusätzlicher Aufgaben nicht überlastet sind und unterstützen sie Sie bei ihrem Engagement.

Beispiele aus der Praxis

Bottom-Up als Chance für die digitale Transformation

Ein mittelgroßes Unternehmen in der Immobilienverwaltung setzt bei der Einführung von digitalen Anwendungen auf das Bottom-Up-Prinzip: Ziel war, jene einfachen und repetitiven Aufgaben und Tätigkeiten zu identifizieren und zu digitalisieren, die nicht unbedingt die Aufmerksamkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen. Die Einführung eines Hausverwaltungsprogramms, eines digitalen Dokumentenarchivs und einer App für die Bewohnerinnen und Bewohner der betreuten Objekte haben die Kommunikation mit den Kundinnen und Kunden stark vereinfacht. Seit ihrer Einführung muss weniger Zeit für die Administration von Dokumenten und Unterlagen aufgewendet werden und es steht mehr Zeit für die Kommunikation mit den Kundinnen und Kunden zur Verfügung. Es bleibt damit mehr Zeit für komplexere Aufgabenstellungen. Auch bei Abwesenheit einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können Arbeitsaufgaben leichter von anderen übernommen werden.

Voraussetzung für die gelungene Umsetzung war das Bottom-Up-Prinzip: Eine Box, in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Probleme und Verbesserungsvorschläge einwerfen können, wurde eingerichtet. Daraus entstehen regelmäßige Jour fixe zu diesen Inputs und Arbeitsgruppen, um die Verbesserungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Einführung und Umsetzung der digitalen Tools geschehen also auf Anreiz jener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die damit arbeiten werden und sich dadurch Verbesserungen versprechen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anhand ihrer Potenziale und Bedürfnisse an die Digitalisierung heranführen

Ein mittelgroßes Bauunternehmen setzt in kurzer Zeit verschiedene digitale Tools für die Arbeit auf der Baustelle um. Viele davon ersetzen kleinteilige Dokumentationen direkt auf der Baustelle, wie z. B. eine digitale Arbeitszeitaufzeichnung oder einen digitalen Tagesbericht, und betreffen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Andere Anwendungen betreffen die digitale Planung und digitale Dokumentation des Baufortschritts (BIM) und somit schwerpunktmäßig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Führungspositionen. Aufgrund von Zeitdruck wurden viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kurz von den IT-Spezialistinnen und -Spezialisten des Unternehmens eingeschult. Vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bis dato keine digitalen Technologien anwenden mussten, waren dadurch oft überfordert. Viele IT-Begriffe waren wie Fremdwörter für sie. In manchen Fällen waren auch nicht ausreichend Deutschkenntnisse vorhanden, um die Schulungsinhalte gut erfassen zu können. Darauf konnte nicht ausreichend eingegangen werden. Das Resultat: Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten die Technologien gar nicht einsetzen oder erkannten ihren Nutzen nicht und waren bei der Nutzung der digitalen Anwendungen auf die Hilfe von (vor allem) jüngeren Kolleginnen und Kollegen angewiesen.

In einem zweiten Anlauf wurde genau auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geachtet: Welche Vorkenntnisse gibt es? Ist der Nutzen der neuen Anwendungen ausreichend kommuniziert worden? Welche Vorbehalte gibt es? Jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sowohl den Arbeitsbereich gut kennen als auch die Umsetzung der digitalen Tools begrüßten, wurden gebeten, die Einschulung zu übernehmen. Damit konnte auch vermittelt werden welche Vorteile und welcher Nutzen aus der Anwendung entsteht.

Gezielter Einsatz digitaler Technologien reduziert Stress und Lärm am Arbeitsplatz.

Die Nutzung von digitalen Systemen kann sich auch positiv auf die Arbeitsumgebung auswirken. Manchmal sind es kleine Veränderungen an jahrelang unveränderten Arbeitsweisen, die eine große Wirkung haben. Ein gutes Beispiel sind digitale Küchenmonitore, die das bisherige, papierbasierte Bestellsystem an die Küche ablösen. Mit dem bisherigen System geht oft eine hektische Arbeitsatmosphäre und laute Kommunikation zwischen Servicepersonal und Küche sowie zwischen den einzelnen Küchenstationen einher, vor allem zu Stoßzeiten. Ein kleiner Gasthof mit starkem Mittagsgeschäft stellt den Bestellprozess der Speisen auf eine digitales Bestellsystem mit Monitoren auf jeder Küchenstation um. Die Bestellungen werden, teils auf Arbeitsschritte aufgeteilt, in der richtigen Reihenfolge direkt auf den Monitoren angezeigt. Farbcodes helfen bei der Priorisierung, ein Monitor für die Küchenchefin bzw. den Küchenchef ermöglicht nach wie vor den Gesamtüberblick. Die Konsequenz ist eine deutlich stressreduzierte und ruhigere Arbeitsatmosphäre. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren in die Auswahl des passenden Systems eingebunden. Das hat auch die Umstellung der jahrelang gleichen Arbeitsweisen, vor allem für ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, erleichtert.

Förderung zur Steigerung digitaler Kompetenzen

Wo finden sich Förderungen zur Steigerung von digitalen Kompetenzen?

Es gibt  unterschiedliche Kursförderungen für Aus- und Weiterbildungsprogramme, die konkret den Erwerb von digitalen Kompetenzen fördern. Viele Förderprogramme sind abhängig vom jeweiligen Bundesland. Informationen darüber geben auch die Förderstellen der Bundesländer (sollten wir dazu hinverlinken? Ich kenne sie nicht. Bin für Streichung des letzten Satzes oder der letzten beiden Sätze in diesem Absatz)

AMS Qualifizierungsförderung für Beschäftigte: https://www.ams.at/unternehmen/personal--und-organisationsentwicklung/qualifizierungsfoerderung-fuer-beschaeftigte

BMBFWF Plattform zu allen Weiterbildungsförderungen in Bund und Länder: https://erwachsenenbildung.at/bildungsinfo/kursfoerderung/

Bildungsförderungsdatenbank: Österreichweite und regionale Förderprogramme für Aus- und Weiterbildung: https://bildungsfoerderung.bic.at

KMU digital: https://www.kmudigital.at

KMU digital fördert Digitalisierungsprojekte in KMU´s: https://www.kmudigital.at/

Die Förderung umfasst zwei Module:

  • KMU.DIGITAL Beratung (bestehend aus der Toolbox Status-und Potenzialanalysen und der Toolbox Strategieberatungen)
  • KMU.DIGITAL Umsetzung-zur Förderung von Investitionsprojekten im Anschluss an KMU.DIGITAL Beratung

Digi-Bonus: Er ist eine Erweiterung des AK Bildungsgutscheins - dieser wird um weitere 120 Euro aufgestockt, für die Teilnahme an Kursen aus dem Bereich Digitalisierung. 

Der AK Bildungs­gutschein und der Digi-Bonus sollen den AK Mitgliedern den Zu­gang zur Weiterbildung und den Einstieg in die digitale Arbeitswelt er­leich­tern. Der Bildungs­gutschein und der Digi-Bonus sind ein Start­kapital für die persön­liche Weiter­bildung. Sie können entweder auf einmal eingelöst oder auf mehrere Kurse aufge­teilt werden. Den Digi-Bonus kann man mit dem traditionellen AK Bildungs­gutschein kombinieren, und na­tür­lich auch mit dem AK Digi-Winner!

Link: Digi-Bonus | Arbeiterkammer

Linktipps zum Thema

AMS Qualifizierungsförderung: https://www.ams.at/unternehmen/personal--und-organisationsentwicklung/qualifizierungsfoerderung-fuer-beschaeftigte

AMS Endbericht zur Initiative „New Digital Skills“ https://www.ams-forschungsnetzwerk.at/downloadpub/AMS_report_147_-_New_Digital_Skills.pdf

BMBFWF Plattform zu allen Weiterbildungsförderungen in Bund und Länder: https://erwachsenenbildung.at/bildungsinfo/kursfoerderung/

Bildungsförderungsdatenbank https://bildungsfoerderung.bic.at

KMU digital: https://www.kmudigital.at

fit4internet-Kursdatenbank: https://www.fit4internet.at/page/course

Weiterbildungsdatenbank des Arbeitsmarktservice Österreich: https://www.weiterbildungsdatenbank.at/

Bildungsberatung Österreich: https://erwachsenenbildung.at/bildungsinfo/bildungsangebote/weiterbildungsdatenbanken.php

Online-Bildungsberatung: https://www.bildungsberatung-online.at

Modell zu Digitale Kompetenzen im Beruf:  https://journals.univie.ac.at/index.php/mp/article/view/mi1312

Check für querliegende berufliche digitale Kompetenzen: https://www.fit4internet.at/page/assessment/beruf

Tool für betriebsinternen Umfrage: https://digicheck.gpa-djp.at/classic

Digitales Kompetenzrad: https://digitale-kompetenzrad.de/

Bildungsgutschein der Arbeiterkammern für ArbeitnehmerInnen

Digi-Bonus der AK

Digi-Winner der AK

 

 

Zusammenfassung