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www.arbeitundalter.at

Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H., Landeskrankenhaus Hartberg

„Fit für dich“

Branche
Gesundheits- und Sozialwesen

Kurzbeschreibung des Projekts

Ausgehend von internationalen Rahmenbedingungen (Ottawa Charta, Luxemburger Deklaration der EU) wurde im LKH Hartberg von einem eigenen Projektteam nach Möglichkeiten der Gesundheitsförderung für die 500 Mitarbeiter des Krankenhauses gesucht und in vielen Einzelaktivitäten Verbesserungen umgesetzt. Der Anstoß erfolgte von der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (Stmk. KAGes).
Im LKH Hartberg wurde dies auf ein dreijähriges Projekt ausgedehnt - mit dem Fokus auf dem Wohlbefinden und der Gesundheit der MitarbeiterInnen.
Das Projekt wurde durch eine externe Beraterin der Firma „Work-Life-Balance“ sowie einen Fachmann der AUVA begleitet. Das gesamte Projekt wurde umfassend evaluiert, um die Auswirkungen der gesetzten Maßnahmen zu überprüfen. Es sollte festgelegt werden, welche Maßnahmen in den Alltag implementiert werden können, um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

Ziele

„Fit für Dich“ hat zum Ziel, die ständig ansteigenden Arbeitsanforderungen an die MitarbeiterInnen leichter bewältigbar zu machen.

  • Verbesserung der Kommunikation
  • Mehr Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit
  • Gesteigerte Motivation und Freude in der Arbeit
  • Optimierung der Rahmenbedingungen und Verbesserung der Organisation

​Zielgruppe

Das Projekt richtet sich an alle MitarbeiterInnen des LKH Hartberg.

​Vorgehensweise

  • Kick-off-Veranstaltung im LKH Hartberg, um alle MitarbeiterInnen zu informieren und durch Impulsvorträge zu den Themen Ernährung und Bewegung für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren.
  • MitarbeiterInnenbefragung zur Erhebung des sogenannten Arbeitsbewältigungsindex (ABI), der Arbeitszufriedenheit und einzelne Fragen zu Gesundheitsthemen. Als Instrument fungierte der Fragebogen ABI plus, der über die AUVA/PVA ausgewertet wurde. Der Fragebogen basiert auf dem Modell „Haus der Arbeitsfähigkeit“.
  • Bildung von Fokusgruppen, in denen gezielt gesundheitliche Belastungen am Arbeitsplatz aufgezeigt und Lösungsvorschläge erarbeitet wurden. Diese Fokusgruppen betreffen einzelne Berufsgruppen, beispielsweise für MitarbeiterInnen 45+.

Rund 20 Prozent der MitarbeiterInnen waren in einzelnen Teams und Arbeitsgruppen aktiv in die Umsetzung des BGF-Projektes eingebunden. Dadurch ergab sich

  • der Status der Arbeitsfähigkeit der Belegschaft
  • Stärken-Bereiche und
  • Bereiche, in denen es Handlungs- und Verbesserungsbedarf gibt.

Maßnahmen

Folgende Maßnahmen betreffen den Schwerpunkt altersgerechtes Arbeiten:

Aktivitätenplan:
Die Grundlage für die Erstellung der jährlichen Aktivitätenpläne waren die Ergebnisse der MitarbeiterInnenbefragungen sowie der Arbeit in den Gesundheitszirkeln und Fokusgruppen. Zusätzlich wurden für die MitarbeiterInnen noch ein Gesundheitscheck der AK sowie eine Wirbelsäulenanalyse ermöglicht. Durch eine Heartman-Messung konnte die MitarbeiterInnen eine Analyse der Schlafqualität und der Erholungsfähigkeit veranlassen und anschließend ein persönliches Gesundheitscoaching in Anspruch nehmen.

• Organisation, Kommunikation und Führung:
Regelmäßige Workshops „Gesundes Führen“ für die erweiterte Anstaltsleitung und die mittlere Führungsebene – was erwarte ich von einem gesundheitsförderlichen Führungsstil?

• MitarbeiterInnen 45+:
Diese Zielgruppe kann besonders von BGF-Maßnahmen profitieren, was auch die Ist-Analyse bei dieser Personengruppe festgestellt hat. Ein spezielles Programm soll bei der Bewältigung des Arbeitsalltags unterstützen. Angeboten wurden Vorträge, spezielles Arbeitsbewältigungscoaching, Tagesworkshops „Lebensphasenorientierte Führung“.

• ​Ergonomie:
Bewegungsanalyse durch die AUVA mit Erarbeitung eines Bewegungs- und Ergonomiekonzeptes für einzelne Berufsgruppen, neue Betten für Journaldienste, Lärmmessung der AUVA im Labor.

Leitfaden zur Nachtarbeit:

• Nachtdienste im Krankenhaus werden von sehr vielen MitarbeiterInnen als belastend empfunden,  werden aber für Ärzte und Pflegebereich im Krankenhaus immer Tatsache bleiben. In einer eigenen Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitgliedern des Projektteams, wurden Informationen und Tipps zum Nachtdienst zusammengetragen, und in einem Leitfaden zur Nachtarbeit „Besser Leben mit Nachtdienst“ artikuliert: Auswirkungen auf das familiäre und soziale Leben, körperliche Auswirkungen, die Wirkung der „inneren Uhr“, Grundlagen zum Schlaf, Schlafumfeld vor und nach dem Nachtdienst, richtiges Essen und Trinken vor den Ruhephasen und dem Nachtdienst, richtiges Abschalten, Anmerkungen zur Freizeitgestaltung.

• Der Leitfaden zur Nachtarbeit wird an alle MitarbeiterInnen im Krankenhaus verteilt, die Nachtdienst versehen. Alle neu eintretenden und Nachtdienst versehenden MitarbeiterInnen bekommen bei ihrer Einstellung den Leitfaden ausgehändigt. 

Ergebnisse

Großer Wert wurde auf die Partizipation am Projekt durch die MitarbeiterInnen, Ausgewogenheit von verhaltens- und verhältnisorientierten Maßnahmen sowie eine umfassende Evaluierung gelegt. Insgesamt wurde eine positive Bewertung durch die Krankenhausführung erstellt, das BGF-Projekt wird in Betriebliches Gesundheitsmanagement übergeleitet, damit die begonnenen Initiativen nachhaltig fortgesetzt werden können.

  • Eine MitarbeiterInnenbefragung ergab eine Verbesserung des Arbeitsbewältigungsindex, der Kommunikation sowie der Organisation und eine Stärkung des Gesundheitsbewusstseins.
  • Der Vergleich bei der Fehlzeitenreduzierung ergab einen niedrigeren Prozentsatz an Krankenständen, trotz erschwerter Rahmenbedingungen.
  • Die Angebote wurden von der überwiegenden Mehrheit (80 %) der MitarbeiterInnen in Anspruch genommen und sehr gut bewertet.

Handlungsfelder

Arbeitsorganisation, Führung, Weiterbildung, Gesundheit, Altersgrenzen, Ergonomie, Führungsqualität, Nachtarbeit, Stressmanagement, Prävention

Beschreibung des Unternehmens

Das Landeskrankenhaus Hartberg ist ein Grundversorgungskrankenhaus mit 180 Betten. Mit seinen 500 MitarbeiterInnen werden jährlich ca. 10.700 PatientInnen stationär und 23.000 ambulant versorgt.
Es gehört zum Unternehmen der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft m.b.H., welches der größte Spitalträger der Steiermark ist.

Bundesland:
Steiermark
Adresse:
Krankenhausplatz 1
8230 Hartberg
Tel: +43(3332) 605-0
internet@lkh-hartberg.at