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Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H., Landeskrankenhaus Hartberg

„Fit für dich“

Name des Unternehmens

Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H., Landeskrankenhaus Hartberg

Branche

Gesundheits- und Sozialwesen

Kurzbeschreibung des Projekts

Die Betriebliche Gesundheitsförderung wurde im Landeskrankenhaus Hartberg unter dem Titel „Fit für dich“ von März 2009 bis Ende 2011 durchgeführt. Ausgehend von internationalen Rahmenbedingungen (Ottawa Charta, Luxemburger Deklaration der EU) wurde im LKH Hartberg von einem eigenen Projektteam nach Möglichkeiten der Gesundheitsförderung für die 500 Mitarbeiter des Krankenhauses gesucht und in vielen Einzelaktivitäten Verbesserungen umgesetzt. Der Anstoß erfolgte vom größten Spitalserhalter der Steiermark, der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (Stmk. KAGes).

Im LKH Hartberg wurde dies auf ein dreijähriges Projekt ausgedehnt.

Das LKH Hartberg ist ein Grundversorgungskrankenhaus mit 180 Betten und ca. 500 Mitarbeitern. Nach Umstrukturierungen im Krankenhaus, Organisationsentwicklungsprogrammen und Implementierung von Risikoma-nagement in den vergangenen Jahren sollte der Fokus auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiter gelenkt werden.

Das Projekt wurde durch eine externe Beraterin der Firma „Work-Life-Balance“ sowie einen Fachmann der AUVA begleitet. Das gesamte Projekt wurde umfassend evaluiert, um die Auswirkungen der gesetzten Maßnahmen zu überprüfen. Es sollte festgelegt werden, welche Maßnahmen in den Alltag implementiert werden können, um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Das Projekt „Fit für Dich“ hatte das Ziel, die ständig ansteigenden Arbeitsanforderungen an die Mitarbeiter leichter bewältigbar zu machen.

Ziele

  • Verbesserung der Kommunikation
  • Mehr Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit
  • Gesteigerte Motivation und Freude in der Arbeit
  • Optimierung der Rahmenbedingungen und Verbesserung der Organisation

​Zielgruppe

Das Projekt richtet sich an alle MitarbeiterInnen des LKH Hartberg.

​Vorgehensweise

Im Mai 2009 erfolgte die Kick-off-Veranstaltung im LKH Hartberg. Alle Mitarbeiter des Hauses wurden dazu schriftlich eingeladen. Ziel der Veranstaltung war es, die Mitarbeiter zu informieren und durch Impulsvorträge zu den Themen Ernährung und Bewegung für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren.

Ausgangspunkt der weiteren Arbeit im Projektteam war eine Mitarbeiterbefragung für alle Mitarbeiter des LKH Hartberg. Im Zuge dieser Befragung wurden der sogenannte Arbeitsbewältigungsindex (ABI), die Arbeitszufriedenheit und einzelne Fragen zu Gesundheitsthemen erhoben. Als Instrument fungierte der Fragebogen ABI plus, der über die AUVA/PVA ausgewertet wurde. Der Fragebogen der Mitarbeiter-Befragung (ABI-plus) basiert auf dem Modell „Haus der Arbeitsfähigkeit“. Zu allen dargestellten „Stockwerken“ wurden bezugnehmend auf die Einflussfaktoren auf die Arbeitsfähigkeit den MitarbeiterInnen Fragen gestellt. Die Befragungsergebnisse liefern Hinweise auf

Die daraus gewonnenen Ergebnisse sollen im jeweiligen Unternehmen zu Maßnahmen zur Wiederherstellung, Verbesserung, Unterstützung oder Erhalt produktiver Arbeit führen. Durch dreimalige Befragungen im Jahresabstand können im Längsschnitt der Erfolg oder die Sinnhaftigkeit von eingeleiteten Maßnahmen im Betrieb evaluiert werden. Die größte Beeinträchtigung der Arbeitsbedingungen fand sich in Bezug auf Nachtdienst/Wochenenddienst, Zeitdruck und emotionale Belastung. Die Ergebnisse wurden der Steuerungsgruppe, dem Projektteam sowie allen Mitarbeitern im Rahmen einer Betriebsversammlung vorgestellt und zur konkreten Bearbeitung der erhobenen Problembereiche wurden für die Projektarbeit Gesundheitszirkel geschaffen. Die Ergebnisse der drei Gesundheitszirkel wurden im Projektteam zusammengeführt und in der Erstellung des Aktivitätenplans abgebildet.

Zusätzlich wurden zwei Fokusgruppen gebildet, in denen gezielt gesundheitliche Belastungen am Arbeitsplatz aufgezeigt wurden und Lösungsvorschläge erarbeitet wurden. Diese Fokusgruppen betreffen einzelne Berufsgruppen, angeführt werden soll hier die Fokusgruppe für Mitarbeiter 45+. Wie schon oben angeführt, ist für Mitarbeiter mit einem Alter über 50 Jahren offensichtlich eine besonders hohe Belastung durch die geistig, psychisch und körperlich anspruchsvolle Arbeit im Krankenhaus gegeben, präventive Maßnahmen sind daher schon einige Jahre zuvor anzustreben. Daher wurde für diesen Schwerpunkt eine eigene Arbeitsgruppe gebildet, die sich intensiv um Hebung des Optimierungspotenzials bemühte.

Durch die Mitarbeit in den Gesundheitszirkeln und Fokusgruppen hatten viele einzelne Mitarbeiter des Krankenhauses die Möglichkeit, sich einzubringen. Dadurch wurde das BGF-Projekt innerhalb der Belegschaft auf eine breite Basis gestellt. Insgesamt waren rund 20 Prozent der Mitarbeiter in einzelnen Teams und Arbeitsgruppen aktiv in die Umsetzung des BGF-Projektes eingebunden. Eine vielfältige Beleuchtung der Gesundheits-, Organisations- und Führungsbelange war dadurch gegeben.

  • den Status der Arbeitsfähigkeit der Belegschaft und​
  • Stärken-Bereiche und 
  • Bereiche, in denen es Handlungs- und Verbesserungsbedarf gibt.

​Maßnahmen

Nachstehend sind die Maßnahmen Schwerpunkte betreffend altersgerechtes Arbeiten angeführt. Alle weiteren Maßnahmen für eine betriebliche Gesundheitsförderung sind unter dem Punkt Weitere Informationen am Ende des Artikels auffindbar.

  • Aktivitätenplan:
    Die Grundlage für die Erstellung der jährlichen Aktivitätenpläne waren die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragungen sowie der Arbeit in den Gesundheitszirkeln und Fokusgruppen. Zusätzlich wurden für die Mitarbeiter noch ein Gesundheitscheck der AK sowie eine Wirbelsäulenanalyse ermöglicht. Dabei wurden konkrete gesundheitliche Defizite erhoben und Empfehlungen zur Behebung derselben gegeben. Durch eine Heartman-Messung konnte jeder Mitarbeiter eine Analyse seiner Schlafqualität und seiner Erholungsfähigkeit veranlassen und anschließend ein persönliches Gesundheitscoaching in Anspruch nehmen. Konkret wurden folgende Bereiche in Bezug auf alternsgerechtes Arbeiten in den Aktivitätenplänen erfasst und umgesetzt: ​
    • Organisation, Kommunikation und Führung:
      Tages- bzw. Dreitagesworkshop „Gesundes Führen“ für die erweiterte Anstaltsleitung und die mittlere Führungsebene – was erwarte ich von einem gesundheitsförderlichen Führungsstil? „Gesundes Führen“ wird auch zukünftig als Tagesworkshop einmal jährlich angeboten werden; Jour fixe - zweimonatige interdisziplinäre Koordination aller Berufsgruppen, die innerhalb der medizinischen Abteilung zusammenarbeiten zur Optimierung der interdisziplinären Kommunikation und Kooperation; Erheben neuer Möglichkeiten mitarbeiterfreundlicher Dienstpläne; Dreitagesseminar „Empathische Kommunikation zur Konfliktprävention und Deeskalation“; ​
    • MitarbeiterInnen 45+:
      MitarbeiterInnen höheren Alters haben in der Arbeitswelt eine besondere Stellung. Einerseits glänzen sie durch ihre Erfahrung, anderseits ist es möglich, dass ihre Leistungsfähigkeit langsam abnimmt. Gleichzeitig ist es aber gerade diese Zielgruppe, die besonders von BGF-Maßnahmen profitieren kann. Da in der Ist-Analyse Handlungsbedarf bei dieser Personengruppe festgestellt wurde, hat das LKH Hartberg ein spezielles Programm zusammengestellt, das diese MitarbeiterInnen bei der Bewältigung ihres Arbeitsalltags unterstützen soll. Es wurden eigene Vorträge, spezielles Arbeitsbewältigungscoaching, Tagesworkshop „Lebensphasenorientierte Führung“, besondere Maßnahmen bezüglich den Stockwerken im „Haus der Arbeitsfähigkeit“ angeboten. ​
    • Ergonomie:
      Bewegungsanalyse durch die AUVA mit Erarbeitung eines Bewegungs- und Ergonomiekonzeptes für einzelne Berufsgruppen, neue Betten für Journaldienste, Lärmmessung der AUVA im Labor;
  • Leitfaden zur Nachtarbeit:
    • Nachtdienste im Krankenhaus werden von sehr vielen Mitarbeitern als belastend empfunden. Es ist auch erwiesen, dass Nachtdienste eine Verkürzung der Lebenserwartung bringen. Nachtdienste werden aber für Ärzte und Pflege im Krankenhaus immer Tatsache bleiben. Dennoch gibt es Möglichkeiten, Nachtdienste leichter erträglich zu machen. In einer eigenen Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitgliedern des Projektteams, wurden Informationen und Tipps zum Nachtdienst zusammengetragen, all diese Themenbereiche werden im neu gestalteten Leitfaden zur Nachtarbeit „Besser Leben mit Nachtdienst“ artikuliert: Auswirkungen auf das familiäre und soziale Leben, körperliche Auswirkungen, die Wirkung der „inneren Uhr“, Grundlagen zum Schlaf, Schlafumfeld vor und nach dem Nachtdienst, richtiges Essen und Trinken vor den Ruhephasen und dem Nachtdienst, richtiges Abschalten, Anmerkungen zur Freizeitgestaltung.
    • Der Leitfaden zur Nachtarbeit wurde an alle Mitarbeiter im Krankenhaus verteilt, die Nachtdienst versehen. Zusätzlich bekommen alle neu eintretenden Nachtdienst versehenden Mitarbeiter im LKH Hartberg bei ihrer Einstellung den Leitfaden ausgehändigt.
  • ​Ergebnisse

    Im März 2012 wurde das BGF-Projekt im LKH Hartberg offiziell abgeschlossen. Insgesamt wurde eine positive Bewertung durch die Krankenhausführung erstellt, das BGF-Projekt wird in Betriebliches Gesundheitsmanagement übergeleitet, damit die begonnenen Initiativen nachhaltig fortgesetzt werden können.

    Großer Wert wurde auf die Partizipation am Projekt durch die MitarbeiterInnen, Ausgewogenheit von verhaltens- und verhältnisorientierten Maßnahmen sowie eine umfassende Evaluierung gelegt. Von den zahlreichen Maßnahmen sind die Erarbeitung eines Leitfadens für die Nachtarbeit, ein Arbeitsbewältigungscoaching 45+, die Erstellung eines eigenen Gesundheitspasses, Workshops zum Thema „Gesundes Führen“ sowie die Einführung eines Jour fixe zu erwähnen.

    • ​Die dritte MitarbeiterInnenbefragung im Oktober 2011 ergab eine Verbesserung des Arbeitsbewältigungsindex, der Kommunikation sowie der Organisation, Rahmenbedingungen und eine Stärkung des Gesundheitsbewusstseins.
    • ​Weiteres ergab der Vergleich bei der Fehlzeitenreduzierung 2009-2011 einen niedrigeren Prozentsatz an Krankenständen. Der Prozentsatz 2011 war mit 0,7% geringer als der 2009. Dies ist umso bemerkenswerter, da es durch die Umstrukturierungen und Neuorganisation im Krankenhaus in den vergangenen Jahren deutliche Mehrbelastungen für das Personal gegeben hat. Es kann daher als großer Erfolg der BGF-Maßnahmen gewertet werden, dass unter diesen erschwerten Rahmenbedingungen die Krankenstandstage signifikant rückläufig waren.
    • ​Die Angebote wurden von der überwiegenden Mehrheit 80% der MitarbeiterInnen in Anspruch genommen und von diesen sehr gut bewertet.
    • ​Arbeit wird immer integrierter Bestandteil eines erfüllten Lebens bleiben.
    • ​Die Investitionen in betriebliche Gesundheitsförderung sind nicht nur uneingeschränkt gutzuheißen, sie sind letztlich eine Verpflichtung für die verantwortliche Führung eines Betriebes. Umfassende Personalentwicklung achtet auch darauf, dass Mitarbeiter ein Arbeitsumfeld vorfinden, in dem die individuelle Gesundheit bewahrt bleibt. Erfolgreiches Gesundheitsmanagement trägt zur Vermittlung von Vertrauen und Sicherheit durch die unmittelbaren Vorgesetzten bei sowie zur Loyalität und Motivation der Mitarbeiter. Dies entspricht dem eigentlichen Ziel der „Betrieblichen Gesundheitsförderung“ der Schaffung von menschenwürdigen und menschengerechten Arbeitsplätzen.

Handlungsfelder

Arbeitsorganisation, Führung, Weiterbildung, Gesundheit, Altersgrenzen, Ergonomie, Führungsqualität, Nachtarbeit, Stressmanagement, Prävention

Firmenbeschreibung

Das Landeskrankenhaus Hartberg ist ein Unternehmen der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft m.b.H., welches der größte Spitalträger der Steiermark ist. Mit seinen 500 Mitarbeitern werden jährlich ca. 10.700 PatientInnen stationär und 23.000 ambulant versorgt.

Steiermärkische Krankenanstalten-gesellschaft m. b. H.
LKH Hartberg
Krankenhausplatz 1
8230 Hartberg
Tel: +43(3332) 605-0
Fax: +43(3332) 605-2008

internet@lkh-hartberg.at

Weitere Informationen

  • Das Projekt „Fit für dich“ wurde am 07.05.2012 mit dem Steirischen Gesundheitspreis in Gold ausgezeichnet. Der Steirische Gesundheitspreis „Fit im Job 2012“ wird vergeben durch: Das Land Steiermark, Wirtschaftskammer Steiermark, Ärztekammer Steiermark, Steiermärkische Gebietskrankenkasse, AUVA, Merkur Versicherung.
  • Des Weiteren ist das LKH Hartberg für ein erfolgreich durchgeführtes BGF-Projekt Träger des Gütesiegels „Gesundheitsförderndes Unternehmen“ des Österreichischen Netzwerkes für Betriebliche Gesundheitsförderung. BGF Gütesiegel 2012-2015

Weitere Maßnahmen des LKH Hartbergs zur betrieblichen Gesundheitsförderung:

Aktivitätenplan:

Die Grundlage für die Erstellung der jährlichen Aktivitätenpläne waren die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragungen sowie der Arbeit in den Gesundheitszirkeln und Fokusgruppen. Zusätzlich wurden für die Mitarbeiter noch ein Gesundheitscheck der AK sowie eine Wirbelsäulenanalyse ermöglicht. Dabei wurden konkrete gesundheitliche Defizite erhoben und Empfehlungen zur Behebung derselben gegeben. Durch eine Heartman-Messung konnte jeder Mitarbeiter eine Analyse seiner Schlafqualität und seiner Erholungsfähigkeit veranlassen und anschließend ein persönliches Gesundheitscoaching in Anspruch nehmen. Konkret wurden folgende Bereiche in den Aktivitätenplänen erfasst und umgesetzt:

  • Ernährung: Tägliches kostenloses Obstangebot für alle Mitarbeiter, Neugestaltung des Salatbuffets, Überarbeitung des Menüplanes für die Mitarbeiter, kostenloses Kernöl, Essensangebot für Angehörige, Kochevent „Schnelle und gesunde Küche“, regelmäßige Ernährungsinfo durch die Diätologinnen, Neugestaltung des Speisesaals;
  • Bewegung: Nordic Walken, Pilates, Vergünstigungen für regionale Fitness-Zentren, Galileo-Muskel-Stimulationssystem (rund 100 Mitarbeiter wurden eingeschult und können das Gerät der Physiotherapie im Hause nach der Arbeitszeit verwenden), Wirbelsäulen-Turnen, Schulung von Multiplikatoren zum Thema „Mitarbeiter bewegen Mitarbeiter“ der GKK (35 Mitarbeiter von allen Abteilungen/Berufsgruppen) Bauchtanz, regelmäßige „aktive Pausen“;
  • Entspannung: Schulung in Entspannungstechniken, Mentaltraining, Shiatsu-Schnuppereinheiten, Yoga, Breema, Ankauf von zwei Massagesesseln durch den Betriebsrat, Supervision, zweitägiges Seminar „Die Kunst der Abgrenzung – Grenzen ziehen“;
  • Gesundheit konkret: Wirbelsäulen-Screening, Gesundheitscheck der AK an drei Tagen (Analyse von Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin, Lungenfunktion, Sehschärfe, Hörvermögen, Body-Mass-Index, Körperfettmessung), Heartman-Messung; neu gestalteter Gesundheitspass); hausintern gestalteter BGF-Kalender 2012 mit monatlichen Tipps zur Gesundheitsförderung;
  • Vorträge: „Starker Rücken“, „Shiatsu und Breema“, „Nachtarbeit“ (AUVA), „MitarbeiterInnen 45+“, „Frauenkräuter“;

Gesundheitspass:

  • Die Gesundheitsaktivität „Gesundheitspass – Lebensqualität durch Lebensstil – MEINE GESUNDHEIT“ ist eine der lange wirksamen Aktivitäten des BGF-Projektes „Fit für Dich“ am LKH Hartberg. Die Konzeption erfolgte durch den Leiter der Abteilung für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin im LKH Hartberg, Prim. Dr. Norbert Bauer. Eines der Ziele der betrieblichen Gesundheitsförderung im LKH Hartberg ist die „Verbesserung der Eigenverantwortung für die persönliche Gesundheit“. Der neu entwickelte Gesundheitspass soll eine gesunde Lebensweise unterstützen. Zu diesen Bereichen wird einerseits eine Basisinformation vermittelt. Zum anderen gibt es eine Anleitung für Vorsorgeuntersuchungen und Impfempfehlungen. Jeder Mitarbeiter soll zu gesundheitsförderlichen Maßnahmen (Bewegung, Ernährung, Erholung) und zu notwendigen Arztbesuchen (für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen) motiviert werden. Das Besondere daran ist, dass nicht ein Arzt oder ein EDV-System informieren und erinnern, sondern jeder Mitarbeiter selbst initiativ werden kann und soll. So werden etwa zu den einzelnen Impfungen die aktuellen Empfehlungen des Österreichischen Impfplans angeführt, für jeden Einzelnen ist es einfach ersichtlich, wann etwa eine Auffrischungsimpfung notwendig ist. Insgesamt ist eine Verwendung des Passes über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren möglich. Die Akzeptanz des Gesundheitspasses wurde im Verlauf des weiteren BGF-Projektes evaluiert. Bei den Mitarbeiterbefragungen wurde erhoben, dass rund 40% der Krankenhausangestellten den Gesundheitspass regelmäßig verwenden.
  • Die Maßnahme hat mehrfache Vernetzungen im Bezirk gebracht: Alle zuweisenden Ärzte wurden über dieses Projekt informiert, da natürlich die praktischen Ärzte und Internisten Vorsorgemaßnahmen umsetzen sollen (etwa die Impfungen). Auch alle An gehörigen der Angestellten des LKH Hartberg konnten zum Selbstkostenpreis von € 2,-- den Gesundheitspass erwerben und dadurch Zugang zu den Lebensstilempfehlungen erhalten. Durch Vortragstätigkeit im Bezirk wurde der Gesundheitspass in den Ge-meinden weiter bekannt gemacht. Dadurch konnte eine regionale präventive Gesundheitsaktion umgesetzt werden. Gleichzeitig wurde ein Marketingzeichen für das Heimatkrankenhaus im Bezirk Hartberg gesetzt.

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