www.arbeitundalter.at

Wie können in einer alternsgerechten Arbeitsorganisation die Stärken und Schwächen von Jung und Alt berücksichtigt werden?

Eine alternsgerechte Organisation unterstützt sowohl jüngere als auch ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei, gesundheitsfördernd zu arbeiten.

Alternsgerechte Arbeitsgestaltung – wir sind zwar alle gleichwertig, aber nicht gleich.

Stellen Sie sich folgendes altersgemischte Team vor:
Ein paar junge, qualifizierte, körperlich sehr fitte, aber betriebsunerfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und einige Ältere, ebenfalls qualifiziert und zudem hoch erfahren. Sie sind dabei, eine Arbeitseinteilung vorzunehmen. Wenn Sie eine umsichtige Führungskraft sind, werden Sie die Aufgaben so verteilen, dass körperlich anstrengende Tätigkeiten eher den Jüngeren zugeteilt werden (z. B. Nachtarbeit, Wechselschichten mit Nachtschicht) und nicht den Älteren. Denn Sie wissen um die schlechtere Verträglichkeit von Nachtarbeit mit dem Alter und dass es für Ältere z. B. anstrengender ist, Schichtarbeit zu verrichten oder schwere körperliche Lasten zu tragen.
Sie werden aber zur Unterstützung der Jüngeren eine Assistenz durch Ältere einrichten. Die junge Mitarbeiterin bzw. der junge Mitarbeiter kann sich gegebenenfalls bei Problemen auch in der Nacht an die älteren Kolleginnen und Kollegen wenden.
Wenn Sie die Arbeit so verteilen, verstehen und leben Sie alternsgerechtes Arbeiten. Denn je nach Alter sind die Bedürfnisse und Stärken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlich.
Beispiel: Starkstrommonteure im Einsatz
Beispiel aus einem Installationsunternehmen mit 20 Angestellten


Arbeit und Alter – Körperkraft und Erfahrungswissen

Wir wissen, dass die Körperkraft mit dem Alter abnimmt – das ist bei allen Menschen so. Der Abbau betrifft nicht nur Muskelkraft und Knochenbau, sondern beispielsweise auch Sehkraft und Gehör, Ausdauer und Erholungsfähigkeit. Gleichzeitig wächst aber im Laufe des Berufslebens der Erfahrungsschatz der arbeitenden Menschen – sowohl was fachliches Wissen als auch soziale Kompetenz anlangt. Diesen Erfahrungsschatz gezielt zu nutzen ist derzeit eine der größten Herausforderungen in der Arbeitsorganisation.
Es ist wichtig, bei Arbeitsplätzen für Ältere auf die körperliche Entlastung zu achten. Alternsgerecht bedeutet, möglichst frühzeitig Aktivitäten zur körperlichen Entlastung zu setzen – und dies sowohl bei älteren als auch jüngeren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (siehe dazu auch: Unterstützende Faktoren, die die Arbeitsfähigkeit langfristig erhalten und fördern).

Darüber hinaus sollten Fähigkeiten der Älteren, die erst mit der Erfahrung wachsen, gefördert und genutzt werden! So nehmen z. B. psychische, geistige und soziale Fähigkeiten im Laufe des Arbeitslebens zu, wenn sie kontinuierlich gefördert werden – vom Unternehmen sowie von den Betroffenen selbst.

  • Man lernt, wenn sich Aufgaben, Tätigkeiten oder Arbeitsabläufe ändern, wenn eine neue Maschine zum Einsatz kommt oder ein neues Produkt produziert wird.
  • Erfahrungen werden auch gesammelt, wenn beispielsweise in einem Team Tätigkeiten gewechselt werden und jede/jeder alle notwendigen Aufgaben beherrscht. Es wachsen dann sowohl fachliches Wissen aller Teammitglieder als auch soziale Kompetenzen. Wenn in diesen Teams sowohl Ältere als auch Jüngere die Möglichkeiten haben, Tätigkeiten zu wechseln und an Weiterbildungen teilzunehmen, hat man hoch motivierte und produktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  • Sogenannte „Schonarbeitsplätze“ gibt es immer weniger. Schonarbeitsplätze sind auch nicht in jedem Fall gesundheitsfördernd, denn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Alters sollten weiter gefordert werden und Anreize für eine ständige Weiterentwicklung erhalten. Oft liegen Schonarbeitsplätze unter der ursprünglichen Qualifizierung der Betroffenen, wodurch diese ihr Wissen nicht anwenden können und verlieren.
  • Wenn die Arbeit sinnvoll ist und man laufend produktiv zum Unternehmensziel beitragen kann, fördert das die Gesundheit und die Arbeitsfähigkeit. Auch ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen produktiv sein und Arbeiten verrichten, die dem Unternehmen etwas bringen – genauso wie Junge. Letztendlich trägt dies dazu bei, dass man stolz auf seine Leistungen sein kann.

Artikel weiterempfehlen