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fit2work

2012 hat ein Privatkrankenhaus mit rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fit2work gestartet. Es gibt dort eine Steuergruppe (Kollegiale Führung, Arbeitsmedizinerin und Betriebsrat sind Mitglieder), die sich mit der Verbesserung der Arbeitssituation aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befasst, die gesundheitlich eingeschränkt sind.
Eine Integrations- bzw. fit2work-Beauftragte erarbeitet im Auftrag und mit Unterstützung der Steuergruppe mit Betroffenen Maßnahmenpakete, die helfen, dass diese gesundheitlich beeinträchtigten Personen trotz ihrer Krankheiten wieder produktiv arbeiten können. Entscheidend ist, dass Arbeitsplatz, Arbeitszeit und Tätigkeit so adaptiert werden, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für sich und das Unternehmen produktiv arbeiten können. Alle müssen ihren Teil beitragen – z. B. Flexibilität zeigen, eigene Aktivitäten setzen, um gesund zu bleiben oder zu werden.

Eigentlich geht es dabei um eine Art psychologischen Vertrag: Beide – Unternehmen und Mitarbeiterin oder Mitarbeiter – tragen aktiv zu einer Win-win-Situation bei. Die Beratung und die Eingliederung sind immer freiwillig und nur auf Wunsch der Betroffenen in der Steuergruppe bekannt, die dann auch organisatorische Veränderungen beschließen kann.

In dem besagten Unternehmen kann im Rahmen von fit2work eine Diplomierte Krankenschwester, die bereits 30 Jahre in diesem Beruf arbeitet und an mehreren Krankheiten leidet (Kreuzbeschwerden, ein Knieleiden, chronische schwere Schmerzen, teilweise Behinderung vom Sozialministerium bestätigt), wie folgt im Arbeitsprozess gehalten werden: Sie trägt selbst schon länger mit verschiedensten Therapien zur laufenden Minimierung der Beschwerden bei, ist ambitioniert in ihrer Tätigkeit und möchte ihre Tätigkeit keinesfalls aufgeben.
Das Unternehmen sorgt im Gegenzug dafür, dass sie nur noch Tagdienste übernimmt, nicht schwer heben muss und auch immer mit einer zweiten Mitarbeiterin im Dienst ist. Als eine neue Abteilung eröffnet wird, in der das reibungslos möglich ist, darf die Betroffene dort sofort zu arbeiten beginnen.
Das Unternehmen hat mittlerweile vier Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern mit vergleichbar schwereren Beeinträchtigungen ähnlich ambitioniert geholfen. Jeder „Fall“ ist anders. Es gab und gibt laufend Beratungsgespräche von Betroffenen mit der Integrationsbeauftragten, die oft zu einfachen Lösungen führen und nur anonym in der Steuergruppe besprochen werden.

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