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Beachten Sie folgende Tipps, wenn Sie Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorbereiten

  • Informieren Sie sich, Ihr Team und auch die Betroffenen selbst und sensibilisieren Sie: Es ist wichtig, dass Vorurteile gegenüber der Lern- und Leistungsfähigkeit Älterer abgebaut werden, wenn Lernen auch für Ältere attraktiv bleiben soll. Denn wenn es heißt: „Bei dir zahlt sich das aber nicht mehr aus“, wird jede bzw. jeder demotiviert sein.
     
  • Beziehen Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein (Partizipation): Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten in die Kurs- sowie Materialgestaltung einbezogen werden – ihr Vorwissen und ihre Erfahrungen werden genutzt und wertgeschätzt. Denn wenn man 30 Jahre z. B. in einem Nahrungsmittel-Unternehmen gearbeitet hat und alle Verbesserungen in der Hygiene miterlebt hat, möchte man nicht bei null anfangen. Das bedeutet, dass das Vorwissen der Erfahrenen gezielt eingeholt wird und in die Lernmaßnahme einfließt.
     
  • Sorgen Sie für eine Orientierung der Teilnehmenden: Lernprozesse müssen zum Teil individuell gestalten werden. Sie müssen Erfahrungs-, Berufs- und Alltagsbereich der Teilnehmerinnen und Teilnehmer berücksichtigen und auf ihnen aufbauen (Realitätsnähe). Als bereits langjährige Filialleiterin möchte man bspw. gerne an eigene gute Praxis-Beispiele anknüpfen können, man ist stolz auf das eigene Erfahrungswissen.
     
  • Achten Sie auf Selbstgestaltung und Selbstorganisation: Die Anregung zur Selbstgestaltung und Selbstorganisation von Lernen und der dementsprechende Handlungsspielraum unterstützen den Lernprozess wesentlich. Je älter wir werden, umso weniger wollen wir frontal „berieselt“ werden, sondern wollen uns persönlich einbringen, und das möglichst praxisnah.
     
  • Vernetzen Sie die Teilnehmenden miteinander: Während der Weiterbildung sollen Gespräche und Diskussionen angeregt werden und Austausch von Wissen und Erfahrung gefördert werden. Der Austausch unter den Lernenden ist eines der wichtigsten Instrumente, um Erkenntnisse und Wissen weiterzugeben.
     
  • Fördern Sie die Motivation und vermeiden Sie Druck, stellen Sie ein positives Lernklima her, um Angst und Hemmungen abzubauen, gewährleisten Sie Beratung und Betreuung. Das sind echte Erfolgsfaktoren für altersgerechtes Lernen. Eine Vorgesetzte in einem kleinen Versicherungsunternehmen meint dazu: „Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter muss ich ein bissl entängstigen. Ich sage ihnen halt dann auch, dass ich mich vor meinen ersten Führungskräfteseminaren gefürchtet habe und gedacht hab, dass alle anderen leichter lernen als ich.“
     
  • Die Überprüfung und etwaige Lernbegleitung (das heißt z. B. eine Reflexionspartnerin oder einen Reflexionspartner zur Verfügung zu stellen, Reflexionsschleifen einzubauen) ist wichtig, um festzustellen, ob sich der Erfolg einstellt. Das heißt: Gehen Sie dem nach, ob die gesetzten Maßnahmen aus Sicht der Betroffenen wie aus Sicht des Betriebes erfolgreich waren, Hindernisse sollten identifiziert und es sollte aus ihnen gelernt werden.

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