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Was bedeutet alternsgerechte Führung?

Zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es immer dann, wenn Führungskräfte wissen, was sie jeder bzw. jedem Einzelnen in ihren Teams zumuten und auch von ihr oder ihm verlangen können. Dass dies oft auch vom Alter abhängt, ist ein Lernprozess, dem man sich als Führungskraft zunehmend stellen muss.

Führungskräfte setzen auf Ausgewogenheit zwischen unterschiedlichen Altersgruppen

Führungskräfte und Vorgesetzte sollten um die Altersstruktur im Betrieb Bescheid wissen. So haben sie einen Überblick darüber, wie viele und welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in absehbarer Zeit in Pension gehen werden und nachbesetzt werden müssen. Wenn klar ist, welche Personen in welche Weiterbildungsprozesse integriert sind, können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter systematisch weiterqualifiziert werden. Alle Altersgruppen in die betriebliche Weiterbildung einzubinden ist noch nicht sehr üblich, wird aber mit mehr Motivation und Kompetenz seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter belohnt.
Wenn die Balance zwischen allen Generationen stimmt, können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Altersklassen ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden. In einem guten Team ist man offen für die Vorzüge der Jüngeren und der Älteren und lernt voneinander. Die positiven Effekte der Generationenbalance unterstützen dabei, alle Altersgruppen mehr zu schätzen.
Fallbeispiel: Altersgemischte Teams steigern die Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden

Alternsgerechtes Arbeiten für alle Altersgruppen unterstützt dabei, gesund zu altern

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die alternsgerecht arbeiten, erhalten weit länger ihre Arbeitsfähigkeit. Alternsgerechte Arbeit bedeutet, dass die Arbeit so gestaltet ist, dass die Beschäftigten gesund älter werden können.
Fallbeispiele: Bau, Gastgewerbe, Verkauf, Krankenhaus

Wie können Erkenntnisse und Sensibilisierung in die Führungsarbeit eingebracht werden?

Folgende Schritte helfen, sich im alters- und alternsgerechten Führen einzuüben:

  1. Bewusstsein schaffen:
    Machen Sie sich als Führungskraft bewusst, wie die Altersstruktur in Ihrem Team aussieht. Dabei stellen Sie fest, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter es in den verschiedenen Altersgruppen gibt. Sie erkennen, wer von ihnen am längsten und wer am kürzesten im Unternehmen oder in Ihrer Abteilung arbeitet.

    Fallbeispiel: Abteilungszugehörigkeit sichtbar machen

    Seien Sie sich bewusst, dass Alter eine wichtige Kategorie ist und je nach Alter unterschiedliche Stärken zum Tragen kommen können. Sie lernen, die Stärken der verschiedenen Altersgruppen zu schätzen. Trotzdem bleiben Sie darüber hinaus gegenüber den individuellen Stärken und Schwächen – unabhängig vom Alter – aufmerksam.

    Tipp: Machen Sie sich Unterschiede bewusst und seien Sie offen, von Jung und Alt zu lernen. Versuchen Sie selbst, einen Monat lang von jeder Generation Positives wahrzunehmen und zu übernehmen.

     
  2. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbinden:
    Wenn Sie Ihre Haltung gegenüber den verschiedenen Altersgruppen verändert haben und die unterschiedlichen Stärken mehr schätzen und erkennen, wird das Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auffallen. Wenn Sie darüber hinaus über Ihre Erkenntnisse sprechen und diese Schritt für Schritt im Unternehmen umsetzen, wird bei Ihrer Belegschaft mehr Bewusstsein über die Stärken ihrer jeweiligen Altersgruppe entstehen. Ein erster Schritt in Richtung Abbau von Vorurteilen und Stereotypen ist gemacht.

     
  3. Maßnahmen finden und umsetzen:
    Eine Schulung zum anerkennenden Erfahrungsaustausch ist ein guter Anfang, um die neuen Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen.
    Altersrelevante Themen sollten in Mitarbeiterinnen- und Mitarbeitergespräche aufgenommen werden (Weiterbildung und Entwicklungsmöglichkeiten, Berücksichtigung der aktuellen Lebensphase – wie z. B. Einfluss von Familienpflichten auf die Arbeit). Teams werden zunehmend altersgemischt gestaltet. Wertschätzung und Anerkennung werden bewusst gelebt. Die Führungskraft gibt konkrete Rückmeldungen zur Arbeit aller Altersgruppen, führt Teambesprechungen durch, in denen Jung und Alt zu Wort kommen. Sie fördert gemeinsame Aktivitäten, etwa gemeinsame Weiterbildungen oder einen Betriebsausflug.
    Bei der Zuteilung von Tätigkeiten wird das Alter mit berücksichtigt. Zum Beispiel wird Arbeitszeit alternsgerecht gestaltet, mit weniger langen Diensten oder durch Altersteilzeit oder mit mehr Erholungsphasen, aber auch durch inhaltlich herausforderndere Arbeiten für Ältere. Bei körperlicher Arbeit wird nicht nur auf eine gute Ergonomie abgezielt, sondern werden bewusst Ältere entlastet, indem beispielsweise schwere Arbeiten zu zweit durchgeführt werden.

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