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Zwölf Tipps zu alternsgerechtem Führen

1. Offenheit und Vertrauen

Offenheit und Vertrauen sind gute Ratgeber für Führungskräfte. Sie gewinnen Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wenn Sie mit ihnen im Gespräch bleiben. Dies gelingt z. B. mit regelmäßigen Besprechungen oder Klausuren, die sich dazu eignen, eine offene Gesprächskultur zu unterstützen. Es motiviert, wenn Entscheidungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern selbst getroffen werden können und Ideen honoriert werden. Ein optimistisches und förderndes Führungsverhalten trägt zum gegenseitigen Vertrauen bei. So schaffen Sie es, dass Jüngere und Ältere lern- und leistungsbereit bleiben.

2. Interesse, Achtsamkeit und Sorgfalt

Seien Sie aufmerksam gegenüber Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern! Sie werden schneller erkennen, ob diese die Arbeit gut bewältigen oder aber Unterstützung brauchen.

3. Feedback, Anerkennung und Wertschätzung

Lob und Wertschätzung werden oft verwechselt. Lob bedeutet Anerkennung von Leistung. Wertschätzung bedeutet, Menschen prinzipiell zu akzeptieren, und schafft Vertrauen. Menschen erkranken häufiger, wenn sie sich verausgaben und nicht angemessen wertgeschätzt und gelobt werden. Geld ist nur eine unter vielen Möglichkeiten für Feedback, Anerkennung und Wertschätzung. Feedback zeigt, dass Sie als Führungskraft Kenntnis über die Arbeit Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben und es für wert halten, dies auch konkret rückzumelden. Wertschätzung wird beispielsweise auch gezeigt, wenn Vorgesetzte am Genesungsfortschritt oder der Rehabilitation von kranken Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Anteil nehmen. Wertschätzung zeigt sich auch darin, wie Führungskräfte die private Seite der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbeziehen, z. B. durch gemeinsame Geburtstags- oder Weihnachtsfeiern. Anerkennung und Wertschätzung stärken Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrem Selbstwert und in ihrer Arbeitsfähigkeit.

4. Respektvoller Umgang miteinander

Respektvolle, höfliche und korrekte Behandlung sind Grundbedürfnisse von Menschen, ebenso wie Anerkennung, sinnvolle Arbeit oder Gestaltungsspielraum. Respektvoller Umgang miteinander schafft ein gutes Klima. Respekt füreinander und Gesundheit hängen eng zusammen.

5. Zusammenarbeit und Zusammenhalt

Arbeit bedeutet immer auch Zusammenarbeiten. Führungskräfte, die den positiven Zusammenhalt von Teams stärken, werden geschätzt. Teams, die zusammenhalten, sind leistungsfähiger und bewältigen Krisensituationen besser. Der gute zwischenmenschliche Umgang erleichtert arbeitsintensive Zeiten und fördert die Motivation.

6. Einbeziehung und Beteiligung

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter miteinzubeziehen und an Entscheidungen mitwirken zu lassen, schafft gegenseitiges Vertrauen und Anerkennung und fördert damit langfristig deren Gesundheit. Wenn man sich die Arbeit selbst einteilen kann, arbeitet man meist effizienter. Führungskräfte, die überzeugt davon sind, dass Mitgestaltung und Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtig sind, setzen sich damit intensiv auseinander. Dazu gibt es bekannte Instrumente: z.B. regelmäßige Mitarbeiterinnen- und Mitarbeitergespräche, Zielvereinbarungen (die mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam erarbeitet werden), kontinuierliche Verbesserungssysteme.

7. Soziale Unterstützung

Soziale Unterstützung durch Vorgesetzte bedeutet, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den „Rücken zu stärken“, zuzuhören und auf sie einzugehen. Bei Konflikten sollte keinesfalls weggeschaut werden, im Gegenteil – Führungskräfte müssen handeln und lösungsorientiert vermitteln. Führungskräfte können die Fähigkeiten des Zuhörens und des lösungsorientierten Eingreifens bei Konflikten in entsprechenden Fortbildungen oder Coachings trainieren. Soziale Unterstützung und gute zwischenmenschliche Beziehungen sind eine wirksame „Medizin“ gegen seelischen und körperlichen Stress. Menschen, die sich sicher fühlen und wohlfühlen, empfinden Belastungen in der Regel als weniger bedrohlich oder schädigend – sie bewältigen Probleme leichter.

8. Kommunikationsfähigkeit

Führungskräfte, die eine positive Einstellung zur Arbeit haben, kommunizieren anders. Sie treffen klare und nachvollziehbare Entscheidungen, geben Informationen gezielt weiter, sprechen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Augenhöhe und nehmen sich Zeit für Gespräche und für Veränderungsprozesse. Sie schaffen eine gute Arbeitsatmosphäre, die Freude und Optimismus verbreitet.

9. Belastungsabbau und Ressourcenaufbau

Führungskräfte beeinflussen Arbeitsbedingungen und entscheiden mit, ob die Arbeit eher mit Zeit- und Leistungsdruck verbunden wird oder durch Förderung des Miteinanders leichter zu bewältigen ist. Qualifikation zu fördern, Entscheidungs- und Gestaltungsspielräume einzuräumen und die Arbeitsaufgaben entsprechend den Fähigkeiten zu vergeben sind erprobte Maßnahmen, um Ressourcen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu fördern. Unter- oder Überforderung kann so verhindert werden.

10. Die Vorbildwirkung von Führungskräften

Das eigene Verhalten von Führungskräften bei Belastungen, aber auch beim Lösen von Problemen überträgt sich auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies beeinflusst die Unternehmenskultur entscheidend mit. Führungskräfte, die sich Zeit nehmen, selbst auch Pausen machen und eine gute Work-Life-Balance (d. h. Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Privatleben) vorleben, werden auch nachgeahmt. Gleiches gilt für den respektvollen Umgang miteinander und ein gutes Zusammenarbeiten. Burn-out kann so vorgebeugt und gesundheitsförderliches Verhalten besser unterstützt werden als durch theoretische Ermahnungen.

11. Schulung von Führungskräften

Führungskräfteschulungen zu physiologischen Veränderungen mit dem Alter sowie zur möglichen kognitiven und psychischen Weiterentwicklung mit dem Altern unterstützen Führungskräfte dabei, in ihrem Wirkungsbereich für eine gute Altersdurchmischung und einen wertschätzenden Umgang zwischen den Generationen zu sorgen.

12. Beratung unterstützt Führungskräfte

Wenn es komplexe fachliche Themen im Unternehmen oder offene Fragen zur Organisationskultur gibt, holen sich ambitionierte Führungskräfte auch einmal Hilfe und Unterstützung von außen. Manchmal sind es Wirtschaftsprüferinnen und -prüfer, Steuerberaterinnen und -berater oder Coaches, die Rat geben können. Ein Coaching kann darüber hinaus helfen, über das eigene Führungsverhalten nachzudenken und neue Strategien und Lösungen für schwierige Situationen im Team zu finden.

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