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Darstellung der Reorganistaionsstrategie. Im Zentrum die Arbeitsbewältung, Arbeitsinteresse und Zusammen-Arbeit, an den 3 Ecken die Unternehmenskultur, Organisation und Unterstützung der Entwicklung der Kompetenzen und Fähigkeiten der MitarbeiterInnen. Bild 1: Strategie der Reorganisation
Grafische Darstellung des Human Work Index Bild 2: Ebenen der Analyse und Massnahmen

Maßnahmen entwickeln

Ein längerer Verbleib basiert auf nachhaltigen Verbesserungen in den drei Dimensionen menschlicher Produktivität

  • Arbeitsbewältigung
  • Arbeitsinteresse
  • Zusammen-Arbeit

Wissenschaftlich untermauerte Erfahrungen zeigen, dass nachhaltige Verbesserungen nur dann eintreten, wenn gleichzeitig Maßnahmen in den drei Eckpfeilern betrieblicher Entwicklung gesetzt wurden:

  • bei der Unternehmenskultur,
  • der Organisation und
  • der Unterstützung der Entwicklung der persönlichen Kompetenzen und Fähigkeiten der MitarbeiterInnen

Strategie der Reorganisation

(siehe Bild 1)

Analyse und Konzeption als Ausgangspunkt einer altersgerechten Reorganisation Eine altersgerechte Reorganisation setzt die Analyse des Änderungsbedarfs mit Bedacht auf Unternehmenspläne, die Belegschaftssituation und die gesetzlichen Rahmenbedingungen voraus. Auf den Ergebnissen aufbauend erfolgt die Konzeption der Maßnahmen, der Indikatoren und der Steuerung einer solchen Umgestaltung.

Drei Erkenntnisschritte sind zu beschreiten:

  1. Abschätzung der betrieblichen Relevanz Selbst-Check, Personalberechnungen
  2. Messung und Evaluation der Ausgangssituation sowie der Projektergebnisse
  3. Stärken-Schwächen-Analyse aller Unternehmensebenen auf Optimierung für Generationen Ist-Analyse, Soll-Konzeption, Reformprogramm, Steuerung, Indikatoren, Verankerung als Managementsystem

Die Ebenen der Analyse sind alle relevanten betrieblichen Ebenen. Darüber hinaus wäre auch die Markt- und Kundenentwicklung einzubeziehen, um neue Marktpotentiale zu erkennen. Der "Human Work-Index" ist ein von IBG (Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement) und vom Finnish Institute for Organisational Health (FIOH) entwickeltes Mess- und Prognose-Instrument, das zur Planung von Maßnahmen und zur Messung von Erfolgen eingesetzt werden kann.

Daten Ebenen der Analyse und Massnahmen

Unterste Ebene: ICH KANN

  • Arbeitszeiten
  • Prozessgestaltung & Ergonomie
  • Gesundheitsförderung

mittlere Ebene: ICH WILL

  • Personalentwicklung & Didaktik
  • Führen durch Zielvereinbarungen
  • Teamkultur
  • Karriere

oberste Ebene: ICH DARF

  • Werte & Vision
  • Führungsqualität
  • Karriere

(siehe auch Bild 2)

Bewusstseinsbildung als essentielle Massnahmenebene

Eine wesentliche Ebene im Rahmen dieser altersgerechten Reorganisation ist die Bewusstseinsebene. Um die Ziele und Indikatoren des Programms zu erreichen, ist es notwendig, die Vorstellungen über das Älterwerden und über die gesundheitlichen Auswirkungen der Arbeit zu verändern. Maßnahmen, die den Einzelnen sinnvoll und günstig als Voraussetzung für einen Erfolg erscheinen, sollen herausgearbeitet und Monitoring eingerichtet werden. Letzteres soll ein rechtzeitiges Eingreifen wenn nötig ermöglichen. Dabei müssen die auf den/die Einzelne abgestimmten Messgrößen zuverlässig und als gültig akzeptiert werden. Kommunikation, Beziehungsförderung und Selbsterfahrung bilden also wesentliche Programmmethoden.

Akzeptanz des Programms und Aktivitäten auslösen

Ein Programm kann nur dann positiv wirken, wenn es angenommen wird. Widerstände, Ängste und Missverständnisse können am besten durch ausführliche Information, Diskussion und Mitgestaltung ausgeräumt werden. Der optimale Erfolg kann dann eintreten, wenn Bewegung und Begeisterung ausgelöst werden und das Programm zu einer Hirn- und Herzensangelegenheit aller wird. In dieser positiv beeinflussenden Umgebung fallen Veränderungen tiefgreifender, schneller und umfassender aus. Eine Bewegung hilft, aus Veränderungen soziale Rituale zu formen, die einladen Erfahrungen und Erlebnisse gemeinsam zu teilen und mit-zu-teilen.

Individuelle Zustimmung entscheidend für Gesundheitsgewinn

Ergonomie und Gesundheitsförderung wirken erst über die subjektive Bejahung und Präferenz für die Maßnahmen. Neue Forschungen weisen nach, dass selbst objektiv richtige Ergonomie zu Einbußen der Arbeitsbewältigung und Gesundheit führt, wenn die individuelle Zustimmung mit den Maßnahmen nicht einher geht. Der Berücksichtigung der subjektiven Präferenz sollte daher im Programm ein hoher Stellenwert beigemessen werden. Die Vorlieben des Einzelnen können dabei durch Wissen, Erfahrung, Einbeziehung und Gestaltung beeinflusst werden.

Breite Massnahmenpalette

Die Möglichkeiten, alternsgerechte Arbeitsbedingungen zu erreichen, sind vielfältig. Wie beschrieben, sollen die Mitarbeiter "Beteiligte" im Gestaltungsprozess und nicht "Betroffene" sein. Dies gilt sowohl für die

  • Gesundheitsförderung und Ergonomie, wie für die
  • Arbeitsumgebung (Beleuchtung, Belichtung, Klima, etc.)
  • Arbeitsorganisation (Arbeitsablaufgestaltung, Tätigkeitswechsel, etc.), die Arbeitsprozesse und Schnittstellen,
  • die Arbeitszeitgestaltung (Lage, Dauer, Pausen, etc.),
  • die Qualifizierungsmassnahmen,
  • die Zusammenarbeit in (gemischten) Teams,
  • die Führungsgrundsätze und den Führungsstil.

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