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Die Abbildung zeigt ein stilisiertes Haus mit 4 Stockwerken (Gesundheit, Kompetenz, Werte, Arbeit) und einem Dach (Arbeitsfähigkeit) Haus der Arbeitsfähigkeit

Haus der Arbeitsfähigkeit

Ein breit gefasstes Verständnis von Arbeitsfähigkeit hat der finnische Wissenschafter, Juhani Ilmarinen (2007), entwickelt und im „Haus der Arbeitsfähigkeit“ dargestellt (siehe Abbildung). Das Haus besteht aus vier Stockwerken, die aufeinander aufbauen:

  • der Gesundheit des Individuums, d.h., seines/ihres Leistungsvermögens
  • der Kompetenz, d.h., dessen/deren Fertigkeiten und Wissen
  • den Werten, d.h., Einstellungen und Motivationen
  • der Arbeit, d.h., deren Inhalten und Anforderungen, deren Umgebung etc.

Den individuellen Fähigkeiten und Einstellungen kommt dabei eine gleichermaßen wichtige Bedeutung zu, wie der konkreten Arbeitsorganisation und Führungskultur im Unternehmen sowie dem jeweiligen familialen und gesellschaftspolitischen Umfeld.

Für Österreich ist es eine große Herausforderung, Maßnahmen zu setzen, die einen längeren Verbleib im Arbeitsleben ermöglichen. Zur Verbesserung bzw. Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit hat Juhani Ilmarinen ein Konzept entwickelt , das vier Handlungsfelder einbezieht:

  • das Individuum, mit seinen Fähigkeiten und seinem gesundheitlichen Zustand
  • die Arbeitsumgebung
  • die Führungsorganisation
  • die professionelle Kompetenz

Sind diese vier Handlungsfelder ausgewogen und verfügt das Unternehmen über eine gute Arbeitskultur, kann damit gleichermaßen der Erhalt der Arbeitsfähigkeit Älterer wie auch Jüngerer gesichert werden. Damit können gleichzeitig die Voraussetzungen geschaffen werden, für:

  • die Sicherung von hoher Produktivität und Qualität der erbrachten Arbeit,
  • das Wohlbefinden und hohe Lebensqualität der MitarbeiterInnen,
  • gleichzeitig werden Möglichkeiten der MitarbeiterInnen für einen sinnvollen und produktiven Lebensabend gefördert.

Das Förderungsmodell kommt nicht nur älteren MitarbeiterInnen, sondern gleichermaßen auch den jüngeren zugute (vgl. Ilmarinen/Tempel 2002, 236-238).

Passen sich die Arbeitsbedingungen dem Älterwerden der Erwerbstätigen nicht an, führt dies zu Produktivitätsverlusten durch „innere Pensionierung“, Anstieg von erschöpfungsbedingten Krankheiten und schleichendem sozialen Ausschluss älterer, leistungsfähiger Menschen.

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