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Bevölkerung

Der (fortschreitende) demografische Wandel ist mit beachtlichen – aus österreichischer Sicht aber bewältigbaren – Herausforderungen verbunden.

Mit rund 510 Mio. EinwohnerInnen leben rd. 7 % der Weltbevölkerung in der EU. Obwohl die Entwicklungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten der EU unterschiedlich sind, so lassen sich europaweit dennoch einige Trends konstatieren (vgl. EU Kommission (2015), Demography Report 2015):

  • Die „Alterung“ der Gesellschaft in Europa verläuft nicht einheitlich. Die Dynamiken unterscheiden sich wesentlich zwischen den einzelnen Ländern. So sind Deutschland und Italien überdurchschnittlich von Alterung betroffen (Medianalter 2014: DE 45,6 Jahre, IT 44,7 Jahre), während beispielsweise Irland für 2014 ein mittleres Alter der Bevölkerung von 36 Jahren aufwies.
  • Die Fruchtbarkeitsraten in der EU-28 stiegen zwischen 2003 und 2010 an, seit 2010 sind wieder stagnierende bzw. leicht sinkende Fruchtbarkeitsraten beobachtbar.
  • Geburten treten bei zunehmend höherem Alter der Mütter auf.
  • Die Lebenserwartung der Menschen in Europa steigt – insbesondere durch „gewonnene“ Lebensjahre im höheren Alter.
  • Zuwanderung kann als „Treiber“ des Bevölkerungswachstums gesehen werden und führt aufgrund der Altersstruktur der MigrantInnen im Durchschnitt auch zu einer „Verjüngung“ der jeweiligen Gesellschaft.

Dass die Gesellschaft insgesamt „altert“ ist per se nicht neu und kann eigentlich als großer Erfolg gesehen werden: im längerfristigen Vergleich sind definitiv bessere Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen beobachtbar und auch der medizinisch-technische Fortschritt ist als beachtlich einzustufen.

Welche Bedeutung haben die demografischen Verschiebungen für den Arbeitsmarkt?

Betrachten wir nun die aktuellen Bevölkerungsprojektionen und die darin abgebildeten voraussichtlichen Verschiebungen in der Altersstruktur der Erwerbstätigen, so sind folgende zusammenfassende Aussagen für die EU und Österreich möglich - siehe Abbildung oben:

  • Der Anteil „älterer“ Erwerbstätiger wird bis 2030 EU-weit deutlich höher sein als in Österreich (EU: 21 %, Ö: 16 %).
  • Die voraussichtliche Verteilung (2030) innerhalb der Erwerbstätigen (Summe aus selbstständig und unselbstständig Beschäftigten) auf die drei Gruppen „15-24 Jahre“, „25-54Jahre“ und „55-64 Jahre“ wird sich in folgendem Verhältnis darstellen:
    • EU (2030): 
      100 Erwerbstätige verteilen sich auf die drei Gruppen im Verhältnis 9 : 70 : 21
    • AT (2030):  
      100 Erwerbstätige verteilen sich auf die drei Gruppen im Verhältnis 12 : 71 : 16

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