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Lehrlinge der voestalpine AG lehren ältere MitarbeiterInnen die Nutzung des Internet

Dipl.-Ing. Franz Robier Baugesellschaft mbH

Ob alt oder jung, wir wollen dass unsere MitarbeiterInnen fit bleiben!

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Altersteilzeit in Verbindung mit Jobsharing

Wiesner-Hager Möbel GmbH

„AKTIV-FIT-GESUND im Leben“

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Qualifikationsoffensive 2004 - 2009

Älterwerden & Ängste

Alter und Altern wird gemeinhin mit Abbau, Verschleiß und Schwund der Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht. Damit sind viele Ängste verbunden. Wissenschaftliche Studien haben jedoch gezeigt, dass Altern nicht notwendigerweise mit einem Abbau von Arbeitsfähigkeit gleichzusetzen ist. Altern ist vielmehr ein Umbauprozess: denn berufliches Potenzial und Gesundheit der MitarbeiterInnen können während des gesamten Arbeitslebens deutlichen Veränderungen unterworfen sein.

Günstige Rahmenbedingungen für gesundes Altern

Die jeweiligen Arbeitsbedingungen, das Arbeitsumfeld und die Arbeitsaufgaben sind ein wesentlicher Faktor für den Erhalt beziehungsweise den Verlust von Arbeitsfähigkeit.

Das Finnische Institut für Beschäftigung und Gesundheit (Finnish Institute of Occupational Health - FIOH) hat die Arbeitsbedingungen von jenen ArbeitnehmerInnen, mit einer guten Arbeitsbewältigung, geringem Krankheitsrisiko und spätem Pensionsantritt mit den Arbeitsbedingungen jener ArbeitnehmerInnen verglichen, die eine geringere Arbeitsbewältigung, häufigere Krankenstände und einen frühen Pensionsantritt hatten. Laut Evaluation des FIOH-Programmes „Respect for the ageing“ (1990-1995) waren von über 150 untersuchten Merkmalen in der Arbeitswelt beider Gruppen die folgenden Faktoren ausschlaggebend:

Zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führten:

  •  eine positive Einstellung der Vorgesetzten gegenüber älteren MitarbeiterInnen
  • weniger einseitige und monotone Bewegungen am Arbeitsplatz
  • häufige körperliche Aktivität(en) in der Freizeit

Eine Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit brachten:

  • geringe Anerkennung und Wertschätzung durch die Vorgesetzten
  • Unvorteilhafte Arbeitsräume
  • häufiges Stehen am Arbeitsplatz
  • wenig körperliche Aktivität in der Freizeit

Besonders interessant ist es, dass sich die Einstellung der Vorgesetzten gegenüber älteren MitarbeiterInnen als wichtigster Faktor erwies. Deren Einfluss ist für einen längeren Verbleib in der Arbeitswelt doppelt so groß wie etwa ergonomische Faktoren. Insgesamt kann festgestellt werden, dass MitarbeiterInnen länger im Arbeitsprozess bleiben wollen und können, wenn sie persönliche Wertschätzung, Herausforderung und ergonomische Förderung erfahren.

Handlungsfelder
Die Deutsche Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) identifiziert – basierend auf den Ergebnissen finnischer Studien – vier Handlungsfelder zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit (vgl. BAuA 2004, 31-57).

1. Gesundheit

Der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) kommt enorme Bedeutung im Hinblick auf Prävention und Vermeidung vieler arbeitsbedingter Erkrankungen – insbesondere von Muskel- und Skelett- sowie von Herz- und Kreislauferkrankungen – zu. Dabei müssen präventive gesundheitsfördernde Maßnahmen bereits bei den jüngeren ArbeitnehmerInnen ansetzen, denn sie werden die älteren ArbeitnehmerInnen von Morgen sein.

Betriebliche Gesundheitsförderung kann beispielsweise umfassen:

  • die ergonomische Optimierung von Arbeitsplätzen
  • die Förderung körperlicher Gesundheit und von Gesundheitsbewusstsein
  • die Einrichtung von Gesundheitszirkeln etc.
  • eine gesundheitsfördernde Arbeitsorganisation, z.B. durch einen Mix an geistigen und körperlichen Tätigkeiten
  • etc. (vgl. BAuA 2004, 31-35).

Nicht zuletzt verhindert die Minimierung von gesundheitsbeeinträchtigenden Arbeitsbedingungen nicht nur den Abbau von Arbeitsfähigkeit und in der Folge von arbeitsbedingter Invalidität, sie verhindert auch massive gesamtwirtschaftliche Folgekosten (vgl. Lenert 2008, 27-38).

2. Qualifikation, Weiterbildung und lebensbegleitendes Lernen

Rasante Entwicklungen in den Informations- und Kommunikationstechnologien sowie in der internationalen Arbeitsteilung – haben die Arbeitswelt gravierend verändert und tun dies weiterhin. Für ArbeitnehmerInnen ist ein permanenter Lernprozess eine wesentliche Bedingung um mit diesem Wandel mithalten zu können. Aber auch für die Unternehmen heißt dies: „Wer also auf die Weiterentwicklung der Älteren verzichtet, verschwendet kostbare Ressourcen“ (BAuA 2004, 38). Die Ansicht, ältere MitarbeiterInnen seien weniger lernbereit und lernfähig kann nicht aufrechterhalten werden, denn die geistige Leistungsfähigkeit ist vom Alter weitgehend unbeeinflusst. Sie wird jedoch von drei Faktoren gefährdet:

  • von mangelnden betrieblichen Weiterbildungsmöglichkeiten
  • von Tätigkeiten, die unterfordern
  • von fehlenden qualifikatorischen Alternativen und Möglichkeiten

Mittelfristig werden nur jene Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern können, die rechtzeitig umdenken und die Ressourcen und Potenziale ihrer ArbeitnehmerInnen entwickeln und ausbauen (vgl. BAuA 2004, 37-41).

3. Führung

„Nichts ist so wichtig für den Erhalt und die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zwischen dem 51. und 62. Lebensjahr wie gutes Führungsverhalten und gute Arbeit von Vorgesetzten“ (BAuA 2004, 43).

4. Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung

Dauerhafte einseitige Belastungen ziehen einerseits körperlichen Verschleiß nach sich, andererseits führen sie dazu, dass nicht genutzte Potenziale verkümmern. Beides kann durch eine Arbeitsorganisation verhindert werden, in der psychische und physische Arbeitsanforderungen und -belastungen möglichst abwechselnd gestaltet sind. Dies kommt nicht allein den älteren MitarbeiterInnen, sondern gleichermaßen auch den jüngeren zu Gute (vgl. BAuA 2004, 49-51).

Die Arbeit sollte daher so gestaltet werden, dass ArbeitnehmerInnen nicht dauerhaft folgenden Anforderungen ausgesetzt sind:

  • „Gleichförmige Arbeitsabläufe
  • Daueraufmerksamkeit
  • Zwangshaltungen
  • Nachtschichten
  • Körperlich anstrengende Arbeiten
  • Taktgebundene Arbeit
  • Hitze, Kälte, Lärm, Stäube
  • Hoher Zeitdruck
  • Heben und Tragen“ (BAuA 2004, 51).

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